EXI
Existenzialismus
Die Freiheit hat nirgends mehr einen Ort, um sich zu verstecken
Du wartest darauf, dass sich ein inneres Wetter ändert — dass ein Gefühl kommt und dich bestätigt, das Wählen gefühlt zu machen. Jean-Paul Sartre war in diesem Punkt unerbittlich: Das Bewusstsein ist immer schon in der Tat, und die Taubheit ist nicht ein Signal, dass jemand anderes das Steuer übernommen hat. Du bist derjenige am Tisch. Du bist derjenige, der gestern Nacht blieb und die Nacht davor. Keine Empfindung wird kommen, um dich zu bestätigen, keine Wärme, um die Schleife zwischen Absicht und Sinn zu schließen. Die Taubheit ist nicht die Abwesenheit von Wahl — sie ist das Aussehen der Wahl, wenn sie so oft getroffen wurde, dass sie zum Selbst geworden ist, das sie trifft. Das ist kein Trost. Es ist die genaue Beschaffenheit der Freiheit, wenn sie nirgends mehr einen Ort hat, um sich zu verstecken.
“Die Existenz geht der Essenz voraus.”
— Jean-Paul Sartre, Der Existentialismus ist ein Humanismus
VED
Vedanta-Philosophie
Der Zeuge ist nie taub geworden
Die Tradition lässt dich nicht weiterhin von innen heraus die Geschichte fragen. Du nennst es Taubheit — aber wer ruft es auf? Du bemerkst den Hohlraum — aber welches Licht macht den Hohlraum sichtbar? Das Mandukya Upanishad ist präzise: Das Selbst, das jeden Bewusstseinszustand beobachtet, ist selbst kein Bewusstseinszustand. Es wird nicht taub. Es wird nicht warm. Es ist das unveränderliche Bewusstsein hinter jedem hohlen Morgen, jedem mechanischen Greifen. Der, der das Wählen für tot erklärt, hat nie aufgehört, das Wählen geschehen zu sehen. Dieser Beobachter ist nicht das Ego, das aus der Liebe fiel — er ist der Grund, auf dem das Ego steht. Finde jenen. Die Frage, die du stellst, gehört einem kleineren Selbst. Der, der die Frage sieht, ist nicht verwirrt.
“Das Selbst ist der Wissende, nie das Gewusste.”
— Adi Shankaracharya, Vivekachudamani
KYN
Kynismus
Die Hand, die vergaß loszulassen
Diogenes trug seine Lampe bei Tageslicht und suchte nach einem ehrlichen Menschen — das heißt: Er war bereit, nichts zu finden und trotzdem weiterzusuchen. Der Fass ist kalt um 3 Uhr morgens und die Lampe findet nichts Neues. Diese Art von Treue respektierten die Kynik, den Körper, der trägt, was das Herz fallen ließ, den Griff, der über die Empfindung hinaus anhält. Aber es gibt eine Unterscheidung, die die Kynik nicht verschwimmen ließen: Eine Schwielen, die durch Griff verdient ist, ist nicht dasselbe wie eine Hand, die einfach vergaß, dass sie loslassen sollte. Tugend war nie die Ausführung der Gesten der Tugend. Wenn das Wählen echt ist, wird es die Frage überleben. Wenn die Frage dir Angst einjagt, ist das Information, die die Lampe zu geben versucht. Die ehrliche Person, nach der du suchst, könnte in deiner eigenen Küche stehen.
“Ich bin ein Bürger der Welt.”
— Diogenes von Sinope, wie in Diogenes Laërtius aufgezeichnet, Leben der eminenten Philosophen
TAO
Taoismus
Die Kohle kündigt sich nicht an
Das Tao Te Ching weiß etwas über das, was aufhört, seine Notwendigkeit anzukündigen. Wasser kündigt seine Tiefe nicht an. Die Nabe des Rades dreht sich nicht — alles dreht sich um das, was stillsteht. Die Liebe, die deine Brust wie ein geschlagenes Zündholz erleuchtet, war neues Holz, das Feuer fängt: sichtbar, aromatisch, kurz. Was du beschreibst, ist die Kohle, das langsame innere Brennen, das Ding, das aufgehört hat, sich selbst bestätigen zu müssen, weil es zur Bedingung geworden ist, unter der alles andere warm ist. Die dreißig Speichen eines Rades werden durch die Leere in der Mitte brauchbar gemacht. Du willst das Feuer zurück, weil Feuer lesbar ist. Aber die Frage ist nicht, ob das Feuer sich selbst ankündigt — die Frage ist, ob das Haus noch warm ist. Gehe durch die Zimmer. Bemerke, was noch steht.
“Das Tao, das gesagt werden kann, ist nicht das ewige Tao.”
— Tao Te Ching, Kapitel 1
EPI
Epikureismus
Der stille Appetit ist nicht der verlorene Appetit
Epikur baute seinen Garten auf einer einfachen Rechnungslegung: Unterscheide natürliche und notwendige Vergnügungen von denen, die beides nicht sind, und du wirst wissen, wo du dein Leben verbringst. Brot, das täglich gegessen wird, hört auf, wie Brot zu schmecken — das ist nicht der Beweis, dass das Brot schlecht geworden ist; es ist der Beweis, dass Sättigung erreicht wurde, dass der Appetit gestillt ist, bevor er sich zu einer Begierde verschärft. Der Garten nannte dies Ataraxie, die Ruhe von erfüllten Bedürfnissen. Aber hier verlangt die Tradition Ehrlichkeit: Es gibt einen Unterschied zwischen stillem Appetit und erloschnem Appetit. Einer ist die Belohnung des Philosophen. Der andere ist die langsame Steuer auf dein Leben, bezahlt in Morgen. Epikur war nicht an Ausdauer um ihrer selbst willen interessiert. Die einzige Frage, die der Garten stellt, ist, ob du irgendwo unter der Taubheit immer noch genährt wirst.
“Von all den Dingen, die die Weisheit für ein glückliches Leben bietet, ist das Größte die Besitz von Freundschaft.”
— Epikur, Hauptlehren, XXVII